Die Impulsantworten, die bei der Messung und Systemidentifikation mit Perfekten Sequenzen bestimmt werden, können neben der Auswertung der transmittierten Energie auch genutzt werden, um ein virtuelles zeitvariantes Modell der Eustachischen Röhre zu berechnen. Das verwendete Modell basiert auf dem Röhrenmodell, welches aus der Sprachverarbeitung bekannt ist, wo es für die Modellierung des Sprechtraktes verwendet wird. Die Berechnung der Modellparameter erfolgt im Wesentlichen durch Bildung der Autokorrelationsfunktion der Impulsantwort und Berechnung der Reflexionskoeffizienten der Röhrenübergänge mit Hilfe des Levinson-Durbin Algorithmus.

Es gibt allerdings signifikante Unterschiede zum Sprechtrackt, die im Modell berücksichtigt werden müssen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei der akustische Abschluss der Übertragungsstrecke. Beim Sprechtrakt wird davon ausgegangen, dass der Mund während des Sprechens geöffnet ist und damit ein schallweicher Abschluss vorliegt. Betrachtet man die Übertragungsstrecke Nase-Ohr und berücksichtigt, dass das Mikrofon im äußeren Gehörgang den Ausgang des Übertragungssystems dicht verschließt, ist hier der Abschluss eher als schallhart anzunehmen. Die parameter des Röhrenmodells müssel folglich entsprechend angepasst werden.
Die folgende Abbildung zeigt den ermittelten Röhrenverlauf zu einem Zeitpunkt, an dem die Eustachischer Röhre geöffnet war. Die rote Linie kennzeichnet die signifikanten Abschnitte der tatsächlichen Anatomie. Eine Korrelation dieser beiden ist unverkennbar.
